Irgendwann sagt fast jedes Kind: Ich will nicht mehr hingehen. Für die Eltern ist das oft ein Moment der Unsicherheit. War es ein Fehler, die Aktivität zu beginnen? Soll man das Kind durchhalten lassen oder nachgeben? Eine einfache Antwort gibt es nicht, aber ein ruhiges Gespräch hilft immer.
Zuerst zuhören
Fragen Sie zuerst, was genau nicht mehr gefällt. Manchmal liegt es an der Aktivität selbst, manchmal am Weg dorthin, am Zeitpunkt oder an einem Streit mit einem anderen Kind. Hören Sie zu, ohne zu unterbrechen, und wiederholen Sie in eigenen Worten, was Sie verstanden haben. Das Kind fühlt sich ernst genommen und erzählt oft mehr, als man erwartet.
Danach kann man gemeinsam überlegen, ob sich etwas ändern lässt. Vielleicht hilft ein anderer Wochentag, eine andere Gruppe oder ein Gespräch mit der Leiterin. Manchmal braucht es nur eine kurze Pause. Vereinbaren Sie, dass das Kind noch einige Male hingeht und dann entscheidet. So bekommt die Aktivität eine faire Chance, und die Entscheidung entsteht nicht im Ärger.
Wenn das Kind trotzdem aufhören möchte, ist das in Ordnung. Interessen verändern sich, und es ist wertvoll, dass ein Kind lernt, auf sich zu hören. Klären Sie praktische Fragen: Muss man sich abmelden? Wer sagt es der Leitung? Was passiert mit der Ausrüstung? Schliessen Sie die Aktivität freundlich ab, mit einem Dank an die Trainerin oder den Lehrer.
Danach darf etwas Neues folgen, muss aber nicht sofort. Ein freier Nachmittag ist auch etwas wert. Fragen Sie das Kind, was es als Nächstes ausprobieren möchte, und lassen Sie es in Ruhe darüber nachdenken. So lernt es, dass Entscheidungen möglich sind und dass die Familie dahintersteht.
Manchmal steckt hinter dem Wunsch aufzuhören nur ein schlechter Tag. Warten Sie deshalb ein paar Tage, bevor Sie etwas entscheiden, und fragen Sie dann noch einmal nach. Hält der Wunsch an, wissen Sie, dass er ernst gemeint ist. Bei anhaltender Sorge um das Kind ist ein Gespräch mit der Schule oder der Leitung der Aktivität ein guter nächster Schritt.